Die zentrale Erkenntnis steckt bereits im Namen: FührungsKRAFT. Und doch machen viele den Fehler, Führungsfähigkeit als rein kognitive Fähigkeit zu betrachten – als etwas, das sich ausschließlich im Kopf abspielt. In Wahrheit entsteht echte FührungsKRAFT aus der Kombination von körperlicher und mentaler Stärke mit intellektueller und emotionaler Kompetenz. Nur wer dies kultiviert, kann langfristig auf höchstem Niveau führen.

Führung beginnt also nicht im Kopf – sie beginnt im Körper. Wer führen will, muss zuerst sich selbst führen können. Und das bedeutet: Energie, Fokus und Belastbarkeit auf Abruf. Genau hier liegt die Verbindung zwischen körperlichem Training und exzellenter Führung.

 

Der Corporate Athlete – Fitness als Führungsfähigkeit

Der Sportpsychologe James Loehr prägte mit dem Konzept des Corporate Athlete eine zentrale Erkenntnis: Führung ist Hochleistungssport¹.

Manager, Unternehmer und Offiziere stehen unter permanentem Leistungsdruck, müssen Entscheidungen unter Stress treffen und gleichzeitig Vorbild sein. Der größte Unterschied zum Profi-Sportler liegt darin, dass Letzterer regelmäßig geplante Pausen sowie periodisierte Be- und Entlastungsphasen im Sinne von On- & Off-Seasons erhält, während der Corporate Athlete auf durchschnittlich 30 Urlaubstage im Jahr kommt. Wie im Sport entscheidet nicht die reine Fachkompetenz über Erfolg, sondern auch die Fähigkeit, Energie gezielt zu managen – physisch, emotional, mental und spirituell².

 

Physische Energie als Fundament

Krafttraining ist für den Corporate Athlete kein Hobby, sondern eine strategische Führungsfähigkeit. Wer regelmäßig trainiert, baut nicht nur Muskeln auf, sondern stärkt das Fundament aller anderen Leistungsdimensionen:

    • Physische Resilienz: Ein starker Körper hält mehr aus – ob lange Arbeitstage, Jetlag oder Krisen¹.

    • Mentale Klarheit: Bewegung verbessert die kognitive Leistungsfähigkeit, Konzentration und Entscheidungsqualität³⁴.

    • Emotionale Stabilität: Training reguliert Stresshormone, fördert Gelassenheit und emotionale Kontrolle ³.

    • Vorbildwirkung: Eine fitte Führungskraft verkörpert Disziplin, Selbstführung und Glaubwürdigkeit.

 

Lektionen aus den Spezialkräften

Während meiner Zeit als Offizier in den Spezialkräften wurde deutlich: nachhaltige, optimale Performance beginnt damit, das eigene System zu beherrschen – nicht es zu bekämpfen. Wer nur versucht mit mehr Willen/Disziplin einfach stumpf weiter zu marschieren – statt sich agil an sich ändernde Umstände anzupassen – wird früher oder später einknicken (müssen). In Extremsituationen entscheidet nicht, wer am meisten Wissen hat, sondern wer sein System unter Druck stabil halten kann. Körper, Geist und Emotionen müssen als Einheit funktionieren. Nichts anderes finden wir in den höchsten Kreisen von Politik und Wirtschaft.

Diese Fähigkeit entsteht nicht durch das ständige Konsumieren neuer „Knowledge Bombs“, sondern durch eine konsequente Umsetzung fundamentaler Wahrheiten⁸ ⁹.

Wissen ist Silber. Umsetzung ist Gold.

Nur wer regelmäßig trainiert, reflektiert und anpasst, erkennt, was individuell wirklich funktioniert – und was nicht. Dies wiederum bildet die Grundlage für die kontinuierliche Umsetzung, denn wer mit seinem System arbeitet, erreicht einen gewissen Flow und kann mit deutlich mehr Leichtigkeit umsetzen.

 

Identität vs. Motivation & Disziplin – der Schlüssel zur Nachhaltigkeit

Um in eben diese wichtige, kontinuierliche Umsetzung zu kommen suchen die Meisten nach Motivation oder Disziplin. Klar ist: der Motivation liegt ein Motiv zu Grunde weswegen sie als Grundlage für die ersten Schritte (und hoffentlich viele weitere) gelten darf. Wer motiviert ist etwas zu tun, dem fällt es deutlich leichter in die Umsetzung zu kommen. Doch an den Tagen, an denen die Motivation zu wünschen übrig lässt ist reine Disziplin gefragt, oder? Ja und Nein. Zu Beginn mag es eine reine Disziplin sein – die Umsetzung einer festgelegten Routine – die uns ins Handeln bringt. Und nicht selten die Motivation folgen lässt. Doch schlussendlich geht es darum, durch die Kombination aus disziplinierter Umsetzung unseres mentalen und physischen Trainings unsere Identität neu zu Kalibrieren. Wer sich bereits als FührungsKRAFT sieht und erkennt, welche Vorteile durch das regelmäßige Krafttraining in Berufs- und Privatleben entstehen, wird zu der Person, die regelmäßig trainiert. Stark zu sein und zu trainieren ist Teil der eigenen Identität. Dann ist die Frage nicht mehr ob man Zeit für das Training findet, sondern wie viel.

 

Keine Zeit vs. High-ROI Training

Einige werden nun denken: „Aber ich habe doch wirklich keine Zeit!“ Korrekt ist, dass Führungskräfte oft einen vollen Terminplan haben. Keine Zeit ist jedoch falsch. Einerseits stimmt die abgedroschene Phrase, dass es nur eine Frage der Priorisierung ist, die wir – wie oben besprochen – über den Identitäts-Shift regeln, andererseits haben wir nur dann keine Zeit, wenn wir versuchen die neuesten, komplexesten Ideen in die Tat umzusetzen, was uns durchaus mehr Energie rauben als liefern kann. Diese Jagd nach dem Neuen mag zu netten Dopaminstößen führen, doch selten zu kontinuierlicher Umsetzung und Leistungssteigerung.

Wer hingegen die eigene Zeit kontinuierlich so investiert, dass die Grundlagen des Kraft- und Fitnesstrainings immer besser beherrscht werden, wird einen deutlich höheren ROI pro investierter Trainingszeit haben, als jemand der ständig Neues sucht. So reichen auch kurze Zeitfenster für ein entsprechende Training aus, wenn man versteht das Optimum aus den gegebenen Möglichkeiten herauszuholen, denn:…

 

Basics Build Beasts

Führungskräfte suchen oft nach komplexen Strategien, doch nachhaltige Leistungsfähigkeit entsteht durch konsequente Umsetzung der Basics: körperliches Training, mentales Training & Reflexion, Regeneration & Stressmanagement (inkl. Schlaf und Ernährung). Krafttraining ist dabei der Hebel, der alles verbindet – es fordert Motivation, Disziplin, Routine und Selbstverantwortung. Wer diese Prinzipien im Training lebt, überträgt sie automatisch auf sein Führungsverhalten.

 

Mehr als Ausdauer – Muskelkraft als Schlüssel zur Langlebigkeit

Über Jahrzehnte galt Ausdauertraining als das Nonplusultra für Managerfitness. Doch die Forschung zeigt klar: Muskelmasse und -kraft sind die entscheidenden Faktoren für langfristige Leistungsfähigkeit, Gesundheit und Langlebigkeit. ⁵⁶⁷ Krafttraining schützt vor Verletzungen, stabilisiert den Hormonhaushalt und erhält die Leistungsfähigkeit bis ins hohe Alter. Das bedeutet nicht, dass Ausdauer und Kondition vernachlässigt werden sollten – sie bleiben essenziell. Doch ohne Kraft fehlt das Fundament, auf dem Ausdauer überhaupt wirken kann.¹²¹³

 

Fitness = Freedom

Körperliche Fitness schafft Freiheit – die Freiheit, klar zu denken, souverän zu handeln und in entscheidenden Momenten präsent zu sein. Die Freiheit optimale Performance dann abzurufen, wenn man möchte, statt bereits von äußeren Umständen an die eigenen Grenzen gedrückt zu werden. Eine Führungskraft, die über eine solche Energie verfügt, kann gestalten statt nur zu reagieren. Sie führt aus Stärke, nicht aus Erschöpfung.

 

Fazit: FührungsKRAFT beginnt im Körper

Die Meisten versuchen Führungsfähigkeit durch rein kognitive Maßnahmen zu optimieren. Doch Führung ist kein rein intellektueller Prozess. Sie ist ein ganzheitlicher Ausdruck von Energie, Haltung und Selbstführung. Denn wir führen keine Maschinen sondern Menschen, die auf Emotionen, Ausstrahlung und Erscheinungsbild reagieren. Zudem dürfen wir nie vergessen dass auch wir als Führungskräfte eben solche Menschen sind. Mit allen Herausforderungen, aller Komplexität und Emotion, die uns zu eigen sind.

Natürlich gibt es Ausnahmen – sogenannte Outlier wie Stephen Hawking, die trotz physischer Einschränkungen Außergewöhnliches leisten. Doch sie bestätigen die Regel: Für die meisten Menschen ist körperliche Stärke die Basis für mentale und emotionale Leistungsfähigkeit.

Wer seine physische Kraft und Leistungsfähigkeit systematisch trainiert, entwickelt automatisch auch mentale und emotionale Stärke – und damit die wahre FührungsKRAFT.

Basics Build Beasts. Lead by Example. Fitness = Freedom.


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Im Artikel genannte Quellen:

¹ Loehr, J., & Schwartz, T. (2001). The Making of a Corporate Athlete. Harvard Business Review. ² Loehr, J., & Schwartz, T. (2003). The Power of Full Engagement. Free Press. ³ Ratey, J. J. (2008). Spark: The Revolutionary New Science of Exercise and the Brain. Little, Brown and Company. ⁴ Hillman, C. H., Erickson, K. I., & Kramer, A. F. (2008). Be Smart, Exercise Your Heart: Exercise Effects on Brain and Cognition. Nature Reviews Neuroscience, 9(1), 58–65. ⁵ Fragala, M. S., et al. (2019). Resistance Training for Older Adults: Position Statement From the National Strength and Conditioning Association. Journal of Strength and Conditioning Research, 33(8), 2019–2052. ⁶ Ruiz, J. R., et al. (2008). Association Between Muscular Strength and Mortality in Men: Prospective Cohort Study. BMJ, 337, a439. ⁷ Phillips, S. M., & Winett, R. A. (2010). Uncomplicated Resistance Training and Health-Related Outcomes: Evidence for a Public Health Mandate. Current Sports Medicine Reports, 9(4), 208–213. ⁸ Duhigg, C. (2012). The Power of Habit. Random House. ⁹ Clear, J. (2018). Atomic Habits. Penguin Random House. ¹⁰ Sinek, S. (2011). Leaders Eat Last. Penguin. ¹¹ Goleman, D. (1998). Working with Emotional Intelligence. Bantam Books. ¹² Booth, F. W., Roberts, C. K., & Laye, M. J. (2012). Lack of Exercise Is a Major Cause of Chronic Diseases. Comprehensive Physiology, 2(2), 1143–1211. ¹³ Steele, J., Fisher, J., Giessing, J., & Gentil, P. (2017). Clarity in Reporting Terminology and Definitions of Set End Points in Resistance Training. Muscle & Nerve, 56(3), 368–374.