Dieser Artikel wurde im Original gepostet unter theworkoutblog.de und bezieht sich auf den Urprungsartikel: “Alles nur Kopfsache! – Mentale Toughness”


Hi Leute

Und einen sonnigen guten Tag allerseits 😉
Ich melde mich erstmal wieder von meinem Lehrgang in Frankreich zurĂŒck. War alles machbar und im Nachhinein wie immer sehr cool. Das es wĂ€hrenddessen nicht ganz so cool ist sehe ich bei solchen Sachen allerdings als „QualitĂ€tsmerkmal“ 🙂

Ich komme auch gleich zur Sache, denn ich glaube die Frage, die die meisten von euch beschÀftigt ist:
Wie war denn Crossfit als Vorbereitung auf einen solchen Lehrgang? 

Ich möchte nicht allzu lange auf dem Ganzen herum reiten, denn viel gibt es nicht zu sagen. Der Lehrgang beinhaltete sehr viel Hindernisbahnen, deren Überwindung so um die 10-15 Minuten dauerte (manche aber auch 4h), sehr sehr viel Marschieren, meistens nachts und bergauf, Schwimmen, Laufen, alles natĂŒrlich mit Rucksack und Waffe, Klettern und Nahkampf. Unten findet ihr auch nochmal ein Video dazu, falls es euch interessiert die AktivitĂ€ten des Lehrganges mal in Bilderform zu sehen.

Eine kleine Übersicht welche Belastungen hier stattfinden. Mit teilweise 5h Schlaf / Woche wird das schon happig.

Ich habe mich „weit“ aus dem Fenster gelehnt und mich ausschließlich ĂŒber CrossFit Invictus vorbereitet. So ganz nach dem Motto, wenn CrossFit alles trainiert muss es ja eine super Vorbereitung sein. Aber war es das? Ich meine, ich war nie laufen in der Vorbereitung, einmal Klettern, selten beim Nahkampf, weil ich meinen Fokus auf den CrossFit Games Open und dem Studium hatte. Und trotzdem war ich einer der fittesten! Zugegebenermaßen hat mir auf den Hindernisbahnen eindeutig AgilitĂ€t und etwas Geschicklichkeit gefehlt und an das Laufen musste ich mich anfangs kurz gewöhnen, aber sowohl von der Kraft- als auch der Ausdauerleistung (wie gesagt, diese wurde nie explizit trainiert, wie bspw. durch DauerlĂ€ufe o.Ä.) war ich definitiv immer im oberen Drittel vertreten. CrossFit erreicht damit genau das, was es verspricht: wir sind super Allround-Athleten. Gut in allem, perfekt in nichts. FĂŒr den Soldatenberuf bekommt CrossFit damit von mir die volle Punktzahl als geeignete Sportart unter der PrĂ€misse das Laufen und die AgilitĂ€t, die wir durch Hindernisbahnen kriegen und dort brauchen, nicht zu vernachlĂ€ssigen, aber das ist nur eine klitzekleine Änderung im WOD und voilĂĄ 😉

Anyway, ich habe euch versprochen die 10 Tipps fĂŒr mentale Toughness ĂŒber diesen 4-Wochen Zeitraum auszuprobieren und in der etwas extremeren Situation zu testen. Gesagt, getan. Hier kommt die Auswertung der Theorie. Ich gehe nicht noch einmal genau darauf ein, was mit jedem Tipp exakt gemeint war. Solltet ihr da ein bisschen Starthilfe brauchen schaut einfach im Artikel â€žAlles nur Kopfsache“ nach.

Tipp 1: Kenne deine Ängste und dreh sie einfach um

Mein grĂ¶ĂŸter Respekt galt der Wasserwoche und vor allem der „Piste Nautique“, einer knapp 200m langen Wasserhindernisbahn. Zu absolvieren im sau kalten Mittelmeer, kein FrĂŒhstĂŒck, kaum Schlaf, volle Uniform und Waffe am Mann. Klingt mies, war aber klasse! Die Angst umzudrehen hilft wirklich und wenn man dann mitten in der Herausforderung steht kann diese sogar richtig Spaß machen. Beide Daumen hoch fĂŒr diesen Tipp!

Tipp 2: Mikro-Ziele

Ich habe es genau so ausprobiert: Hangel dich von einer Mahlzeit zur nĂ€chsten. Die Zeit bis zum Mittagessen (falls man das so nennen darf, bzw. es ĂŒberhaupt etwas gab) zu ĂŒberbrĂŒcken war wesentlich einfacher als die Zeit bis zum Freitag zu ĂŒberbrĂŒcken 😉 Auch hier: Beide Daumen hoch!

Tipp 3: Trenne deine Probleme

Zum Zeitpunkt des Lehrgangs hatte ich keine privaten Probleme, insofern musste ich nicht differenzieren. WĂ€hrend einer Anstrengung, bspw. einem Lauf einfach zu versuchen die Landschaft zu genießen, oder die pure Anstrengung an sich, also den Fokus auf das Hier und Jetzt zu legen funktionierte aber super!

Tipp 4: Sei bereit Risisko in Kauf zu nehmen

Der Punkt spricht fĂŒr sich! Immer noch!

Tipp 5: Iss‘ das Richtige und richtig!

Okay, auch hier beide Daumen hoch, denn es stimmt. Allerdings habe ich das nicht auf dem Lehrgang gelernt 🙂 Rohe Sardinen und EPA (Einmann-Packungen) sind nicht soooo lecker und gesund. Wie kann auch eine Mahlzeit gesund sein, die Ă€lter ist als ich und nochmal so lange haltbar? Nun ja, es gab „genug“, um der Belastung Stand zu halten und ohne Probleme 6kg Gewicht zu verlieren, aber die Leistungen wĂ€ren mit besserem Essen noch etwas besser gewesen. Es bleibt aber festzuhalten, dass wir auch mit nicht so gutem Essen sehr viel leisten können, wenn der Geist denn willig ist! Der Wille entscheidet!

Tipp 6: Finde deinen Fokus

Ich habe mir mit meinem Buddy wĂ€hrend des Lehrgangs immer gesagt: „Hey, focus on the task at hand!“ Also konzentrier dich auf das, was du gerade tun sollst. Ein Schritt nach dem anderen und schon ist alles vorbei und geschafft. Man muss es nur manchmal lĂ€nger und manchmal weniger lang durchhalten, aber alles geht vorĂŒber. Auch dieser Punkt funktioniert also in der „Extremsituation“ wunderbar. Thumbs up!

Tipp 7: Glaub’ an dich

Verdammt richtig! Die beste UnterstĂŒtzung ist zu wissen, dass es noch andere gibt die auch an dich glauben und die du nicht enttĂ€uschen willst!

Tipp 8: Lies!

Dazu hatte ich nun wirklich keine Zeit, aber im Hinblick darauf, wie der Punkt ursprĂŒnglich gemeint war, nĂ€mlich als Training des Hirns und der Disziplin, die man mit regelmĂ€ĂŸigem Lesen erlangen und trainieren kann, stimme ich auch hier mehr als nur zu. Mentale Fitness ist wichtig!

Tipp 9: Sei trainierbar (coachable)

Absolut! Wenn du jemanden hast zu dem du aufschauen kannst und von dem du dir gerne etwas beibringen lÀsst hilft das ungemein weiter. Sei wie ein Schwamm! Saug einfach alles auf, was du lernen kannst, um besser zu werden. Egal in welchem Aspekt deines Lebens!

Tipp 10: LĂ€cheln!

Das ist und bleibt der beste Punkt! Idealerweise findet ihr etwas ĂŒber das ihr Lachen oder LĂ€cheln könnt, aber auch einfach nur die Mundwinkel nach oben zu ziehen wirkt schon wahre Wunder. Wie gesagt, das Hirn verbindet mit dieser Bewegung Freude und Annehmlichkeiten und das lĂ€sst es euch auch spĂŒren, wenn es eigentlich gar nichts freudiges oder angenehmes gibt, sondern ihr die Bewegung „erzwingt“. Klasse, dass man seinen Kopf so austricksen kann, wenn das mit Mathe oder FRAN bloß auch so einfach wĂ€re 😉

Ich hoffe ich konnte euch so einen ganz guten Einblick in die einzelnen Punkte geben.

Wenn ihr noch Fragen habt zu den einzelnen Punkten dann zögert nicht diese in den Kommentaren zu stellen. Ich freue mich drauf mit euch zu diskutieren und bin gespannt auf euer Feedback!

Finish strong, Art