CrossFit Boxen in New York: Erfahrungsbericht

CrossFit in New York

New York, die Stadt die niemals schläft. 🙂 Und immer trainiert möchte man hinzufügen, wenn man die CrossFit Szene im Big Apple einmal live miterlebt hat.
Ich habe mir für euch auf meiner letzten NY Reise ein paar Boxen ganz genau angesehen und ausprobiert. Viel Spaß beim Lesen und nachreisen. 🙂

Passend zu einem der letzten Artikel mit dem Thema “Was du nicht tun solltest wenn du andere CrossFit Boxen besuchst” durfte ich zu Beginn diesen Monats einige Boxen in New York besuchen. Der Inhalt des vorhergehenden Artikels hat auf jeden Fall gefruchtet :-p Aber euch interessiert sicherlich viel mehr wie es vor Ort so war.
Nun ja, erst einmal muss man sagen, dass NYC riesig ist und einige Boxen hat: CrossFit New York City, Reebok CrossFit 5th Avenue und CrossFit Hell’s Kitchen waren jedoch meine Wahl. Ja, auch ich mache im Urlaub tatsächlich mal Urlaub und bin nicht in jeder Box zum Training :-p

CrossFit New York City
36$ pro Drop-In

CrossFit NYC war die erste Box, die ich auf meiner Reise besucht habe. Ich kam dort voller Euphorie an und war froh als ich sie endlich gefunden hatte, da sie im ersten Stock liegt und man erst einmal in den Hauseingang reingehen muss, um ein kleines Schild an der Treppe zu finden, das den Weg weist. Vielleicht gehört das ja zum mentalen Training für Besucher. Noch besser wurde meine Laune als ich die Box an sich gesehen habe, da sie ziemlich groß und sehr gut ausgestattet war. Das Ambiente ist zwar ein wenig kühl, aber das konnte man bei der Hitze in der Stadt ganz gut vertragen. Und noch eine Schippe guter Laune wurde draufgelegt, als mir ein Sportler in der Umkleide erzählte, dass unser heutiger Coach, Bryan, einer der besten sei. Ideal, ich kann also was lernen…dachte ich jedenfalls. Lernen konnte ich vor allem, wie man es nicht macht. Die Aufnahme des „German“ war sowohl von Seiten der Mitsportler als auch des Trainers sehr, sehr spärlich! Es hat absolut niemanden gekümmert, dass da jemand unbekanntes steht.
Das Training begann dann mit einem super Warm-Up für Laufeinheiten, da sehr viele 800m Läufe in dem knapp halbstündigen WOD vorkamen (übrigens eine sehr geile Erfahrung in den überfüllten Straßen New Yorks zu rennen!). Der Coach korrigierte allerdings niemanden sondern machte die Übung einfach nur einmal vor und ließ uns dann machen. So war es denn auch beim Techniktraining der Übungen, die im WOD integriert waren und während des gesamten WODs unterhielt er sich eigentlich mit anderen Trainern. Korrigieren oder wenigstens Anfeuern? Fehlanzeige. Der Hammer kam aber noch. Nach knapp 50 Minuten waren alle Teilnehmer mit ihrem WOD fertig. Einige hatten bereits begonnen Klimmzüge oder Muscle-Ups zu üben oder sich zu dehnen. Bryans Reaktion auf das Eintreffen des letzten Athleten: „Don’t forget to stretch!“ woraufhin er dann auch seinen Rucksack nahm und selbst zum Training ging.
Kann man so machen, muss man aber nicht. Mein Fazit daher: große, aber sehr unpersönliche Box mit zu diesem Zeitpunkt absolut schlechtem Coach. Ihr müsst allerdings bedenken, dass das a) nur meine Meinung ist und vor allem, dass sie b) auf dem Eindruck einer einzigen Stunde bei einem einzigen Coach an einem einzigen Tag basiert. Ich will sagen, dass nicht gleich pauschal die ganze CrossFit Box doof ist, sondern dieser Trainer an diesem Tag eine miserable Leitung gebracht hat, aber für eine umfassende Meinung muss man einfach öfter hingehen 😉

Für ein Abschlussfoto hatte der Coach keine Zeit mehr...
Für ein Abschlussfoto hatte der Coach keine Zeit mehr…

CrossFit 5th Avenue
38$ pro Droop-In

Okay, hier bin ich schnell fertig. Ich bin bei CrossFit 5th Ave rein, weil ich wissen wollte ob ich mich für einen Drop-In anmelden muss oder einfach erscheinen sollte. Die Box ist riesig, aber im Kellergeschoss gelegen und hat keine Fenster. Aber das geht schon. In den USA gewöhnt man sich ja ohnehin schnell an die Air Condition. Allerdings hatte der Trainer/Rezeptionist, der die Leute eigentlich begrüßen sollte (so sehe ich das zumindest), erstmal nichts Besseres zu tun als den einzigen Kunden der vor ihm steht ( das war also dann ich) und der ihn mit einem lauten „Hi how are you doing?“ begrüßte, ungefähr so viel Aufmerksamkeit zu schenken wie einer Amöbe auf dem Times Square. Nämlich null. Verständlich das iPhone ist ja auch wichtiger. Egal, ich wollte drüber hinwegsehen und habe mir die Box noch angesehen. Als dann einer der „richtigen“ Trainer (er hat gerade eine Kundin trainiert) mich auch nur abschätzig ansah und wieder wegschaute war mein Entschluss aber klar: 38$ für einen Drop-In kriegen die von mir nicht!

eine wirklich riesige Box!
eine wirklich riesige Box!

 

CrossFit Hell’s Kitchen
20$ pro Drop-In (frei für Affiliate Owners)

Eine absolut geniale Box! Hier wird CrossFit gelebt wie ich es kenne und liebe. Die Gebühren für den Drop-In sind meiner Meinung nach angemessen und voll in Ordnung. Hell’s Kitchen liegt direkt auf der West 36th Street in der Nähe des Omnibusbahnhofes und ist vom Times Square aus zu Fuß zu erreichen. Es liegt auch noch im Erdgeschoss und ist daher super sichtbar (Was allerdings laut Eigentümer woh öfter dazu führt, dass irgendwelche irren Passanten mal reinlaufen und einen dummen Kommentar abgeben – hab ich live erlebt^^)
Der Headcoach, Anthony Preischel, hat die Stunde gegeben und mich absolut überzeugt. Er kommt aus einer langen Martial Arts Vergangenheit und hatte bereits mit 19 seine erste eigene Schule. Danach arbeitete er unter anderem im Sicherheitsbereich für Clubs wie auch für den Secret Service. Allein seine Website überzeugte, auf der direkt klargestellt wird, dass CrossFit Hell’s Kitchen schon cool war bevor CrossFit so populär war und sie sich nicht wegen des momentanen Hypes ändern werden. Das Coaching war super! Anthony war vom Warm-Up bis zum Cool Down präsent und leitete seine Athleten professionell an. Und trotz allem hatte er während des Kraftteils auch mal Zeit für ein, zwei Scherze oder dafür eine Sportlerin zu mobilisieren. Und das ganz ohne Hektik, die in New York sonst allgegenwärtig ist.
Die Box selbst ist schön groß und bietet Platz für bis zum 15 Leute.  Im Obergeschoss gibt es Umkleiden, Duschen und eine Warm-Up Area, in der viele auch im Vorfeld schon Krafttraining betreiben. Anthony integriert jedoch immer wieder neue Ansätze ins Training. Erst kürzlich haben sie einen Wendler-Zyklus beendet.
Mein Fazit: absolut geniale Box, mit freundlichen Sportlern, einem super Coach und einem tollen Ambiente. Liegt sehr zentral und kostet nur einen (Big) Apple und ein Ei für den Drop-In. Meine absolute Empfehlung für das Training in New York City. (Aber vergesst nicht auch mal im Central Park laufen zu gehen 😉 )

 

 

Ja, das waren die drei CrossFit Boxen, die ich erlebt und besucht habe auf meinem Kurztrip nach New York City. Ich hoffe, dass euch dieser Erfahrungsbericht bei eurem Urlaub etwas weiterhilft und ihr, falls ihr vielleicht nur einmal trainieren möchtet, gleich eine super Adresse anlauft!

 

Finish Strong,

euer Art